Was macht die ILE Dreiländereck?

Bei einem gemeinsamen Abstimmungsprozess der Steuerungsgruppen-Mitglieder wurden neun Handlungsfelder definiert. Im Rahmen dieser Handlungsfelder werden künftig – in systematischer Reihenfolge – unterschiedliche Projekte realisiert.

Der Ausbau der Digitalisierung ist besonders im ländlichen Raum eine wichtige Aufgabe der Kommunen, welche durch benötigtes Know-How und hohe finanzielle Mittel erschwert wird. Um den ständig wachsenden Herausforderungen im Bereich Digitalisierung gerecht zu werden und den Bürgerinnen und Bürger auch im Gemeindegebiet einen adäquaten Lebensstandard bieten zu können, ist eine enge Zusammenarbeit der Kommunen gefragt.
Die demographische Entwicklung, ein breites Aufgabenspektrum und knappe kommunale Budgets machen Kooperationen der Verwaltungen unerlässlich. Durch die Zusammenarbeit der Gemeinden, können Kommunale Dienstleistungen noch effektiver und kostengünstiger umgesetzt werden. Erste Erfolge, bei der Allianz Dreiländereck, waren bei der Zusammenlegung der Standesämter zu sehen. Die Verwaltungen der kleineren Gemeinden wurden dadurch in Ihrem Arbeitsaufwand entlastet. Die ILE Dreiländereck arbeitet darauf hin die Zusammenarbeit der drei bayerischen Kommunen zu intensivieren, möchte künftig aber auch mit den Nachbarn in Sachsen und Böhmen noch enger kooperieren.
Der Umgang mit Land ist nicht nur in urbanen Orten ein Kernthema, sondern beschäftigt auch den peripheren Raum. In der Landnutzung muss dabei von den Kommunen der Spagat zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen, Bau- und Wohnland, Grünanlagen und vielen weiteren Nutzungsmöglichkeiten geschafft werden. Ein Kernwegenetz, welches für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft unabdingbar ist, konnte für die einzelnen Gemeinden der kommunalen Allianz Dreiländereck bereits umgesetzt werden.
Mobilität ist insbesondere im ländlichen Raum ein ganz zentrales Themen- und auch Handlungsfeld. Durch mobile Angebote kann die Lebensqualität der Bürger und Bürgerinnen auf dem Land enorm gesteigert werden. Qualitative Verbesserungen, wie etwa im ÖPNV oder dem Rad- und Wanderwegenetz, können nur erreicht werden wenn über die Gemeinde- und auch Landkreisgrenzen hinweg gedacht wird.
Die besondere Lage der drei Kommunen im ILE-Gebiet Dreiländereck birgt im Sozialen und Kulturellen Bereich Schwierigkeiten, aber auch ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Durch gemeinsame Veranstaltungen des Sozialen und Kulturellen Lebens sollen die Bürgerinnen und Bürger positive Erfahrungen sammeln und näher zusammen gebracht werden. Durch eine bilaterale Kommunikation auf möglichst vielen Ebenen und einem interkommunalen Austausch von Vereinen, Schulen u.v.m. wächst das gegenseitige Verständnis für kulturelle Unterschiede.
Das Dreiländereck verfügt über ein großes naturräumliches und kulturelles Potential. Allerdings hat die Randlage in Bayern und die industrielle Tradition der Region dazu geführt, dass der Tourismus eine untergeordnete Rolle spielt. Schwerpunkte der Entwicklungsstrategie sind die Bewusstseinsbildung der regionalen Bevölkerung, die Qualitätsverbesserung der vorhandenen Angebote sowie die Schaffung weiterer Attraktionen.
Unter dem Begriff „Versorgung“ lassen sich zahlreiche öffentliche Dienstleistungen zusammen fassen. Die Palette reicht von der Verkehrserschließung bis hin zur medizinischen Betreuung. Diese sind ganz wesentliche Faktoren der Lebensqualität und wirken sich unmittelbar auf die Zu- und Abwanderungen aus. Als ländliche Region steht das Dreiländereck vor der Herausforderung, eine hohe Servicequalität bei einer vergleichsweise geringen Dichte an Nutzern vorhalten zu müssen. Die Grenzlage erschwert dies zusätzlich. Gefragt sind daher innovative, flexible und kleinräumige Lösungen, um die im Grundgesetz festgeschriebenen „gleichwertigen Lebensverhältnisse“ tatsächlich garantieren zu können.
Projekte, wie die Förderung von Existenzgründungen, der Aufbau von Kleingewerbe-Netzwerken und die Erstellung von Energienutzungsplänen sollen in diesem Bereich angestoßen werden. Das Potential im Bereich der regionalen Händler und Gastronomen ist im Allianzgebiet bereits vorhanden und soll weiter forciert werden. Denkbar ist auch ein interkommunales Gewerbeflächenmanagement oder die Erstellung einer interkommunalen Immobiliengesellschaft.